Content Management in der Praxis

Was ist Content Management?

Bei der Lösung seiner vielfältigen Aufgaben wird der Content Manager durch ein Content-Management-System (CMS) oder Redaktionssystem unterstützt. Dieses stellt das strukturelle Gerüst für die redaktionelle Arbeit. Grundlage für den Aufbau eines CMS liefert das theoretische Modell des Content-Lebenszyklus von Informationen auf Webseiten:

Abbildung des Content Lebenszyklus

Das Modell stellt die wesentlichen Aufgaben eines Content Management Systems dar und veranschaulicht gleichzeitig die zeitliche Reihenfolge eines Publikationsprozesses.

  • Recherchieren und Erstellen: In dieser Phase wird die Zielgruppe definiert. Außerdem wird festgelegt, wer welche Inhalte recherchiert und erstellt. Auch über Recherchequellen und den Einkauf von Informationen wird hier entschieden.
  • Kontrollieren: Die erstellten Inhalte werden von einer höheren Instanz, z.B. dem Content Manager oder dem zuständigen Chefredakteur, auf inhaltliche und formale Richtigkeit geprüft.
  • Freigeben: Korrekte Inhalte werden freigegeben, unrichtige wieder an den Autor zum Nachbessern zurückgegeben.
  • Publizieren: Die freigegebenen Inhalte werden veröffentlicht.
  • Archivieren: Alle erstellten Inhalte und Recherche-Ergebnisse werden archiviert, damit sie weiterhin zur Verfügung stehen.

Content Management ist also die “Kunst”, den richtigen Content in der richtigen Art und Weise an der richtigen Stelle der Website zu platzieren. Und Content-Management-Systeme bieten die technischen Werkzeuge für die sechs Phasen des Lebenszyklus von Content .

Und was ist Content Management nicht?

Über die verschiedenen Tätigkeitsbereiche eines Content Managers herrscht selbst in der IT-Branche weitgehende Verwirrung. Bis heute gibt es keine klar umrissene Berufsbeschreibung. Zwar hat unter anderem die Bundesagentur für Arbeit eine Stellenbeschreibungen erarbeitet, diese hat sich aber bisher nicht als allgemeingültig durchgesetzt. So finden sich immer wieder Stellenangebote für Content Manager, die sich nach der Tätigkeitsbeschreibung eigentlich an andere Berufsgruppen des IT-Bereichs richten. Ebenso werden die Arbeitsfelder des Content Managers unter verschiedenen Berufsbezeichnungen gelistet.

Um etwas Licht ins Dunkel des Berufsbildes zu bringen, wollen wir hier einige Abgrenzungen zu anderen Berufszweigen vornehmen:

Zwar dient der Content Manager als Bindeglied zwischen Management, Design und IT-Bereich und benötigt Grundkenntnisse auch aus diesen Aufgabenbereichen. Er ist aber kein Allround-Genie, der vom Konzept über die Programmierung einer Website bis hin zur Vermarktung alle Aufgaben allein abdeckt.

Das Berufsbild des Content Managers ist unter anderem abzugrenzen zu denen des Web Designers, des Webmasters, des Netzwerk- oder Systemadministrators. Die folgenden Tätigkeiten gehören nicht zu den Aufgaben eines Content Managers:

  • 3D-Design / Animation (z.B. Erstellung von Filmen, Postproduktion / Video)
  • Streaming von Audio- und Video-Daten
  • Game-Design
  • Programmierung (z.B. mit C++ und anderen höheren Programmiersprachen)
  • Software Engineering
  • Systemadministration (Planung, Aufbau und Wartung von Netzwerken sowie Implementierung von Betriebssystemen und Anwendungssoftware)
  • Webadministration (Implementierung und Konfiguration von Web-Servern und anderen Diensten sowie deren Wartung und Pflege)

Ebenso wenig gehören zu den Hauptaufgaben eines Content Managers allgemeine Managementaufgaben. Er ist weder alleinzuständig für das Projektmanagement noch für Marketing, Vertrieb und PR. Auch Teile des Consulting wie beispielsweise das Erstellen eines Businessplanes, Portfolio-Analysen und Marktforschung sind nicht seinem Arbeitsgebiet zuzurechnen.

SJ

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