Content Management in der Praxis

Stadtplan einbinden oder nicht einbinden

das ist immer noch eine Frage. Schon mancher hat Lehrgeld für das unrechtmäßige Einbinden eines Stadtplanes in seine Website gezahlt. Dabei ist es eigentlich ganz einfach: Einen Stadtplan per Screenshot zu kopieren, zu speichern oder sonst wie zu duplizieren ist verboten. Das verletzt die Rechte der Anbieter. Definitiv. Aber auch das direkte Einbinden ist kostenpflichtig und bei manchen kostet auch das Link-Setzen Geld. Ich habe mir mal die erste Seite der Google-Suche nach “Stadtplan” genauer angeschaut und mit die Nutzungsbedingungen und Preise von 5 dieser Anbieter angeschaut.

Zusätzlich bin ich noch wegen vieler Fragen von Kunden kurz auf Google Maps, Live Search Maps und das OpenSource-Kartenprojekt OpenStreetMap eingegangen, denn hier muss auch einiges beachtet werden.

Natürlich ist dies keine Rechtsberatung. Bei Fragen fragen Sie lieber direkt den Anbieter. Aber hier ist das Fazit, Stand November 2008.

Stadtplan von Stadtplandienst.de: kostenlos nur für Privatpersonen mit bis 10 Adressen

Die Euro-Cities AG ist bekannt für ihren Durchgriff in Form von Anwaltsschreiben, wenn sie feststellt, dass gegen ihre Nutzungsbedingungen verstoßen wird. Und die sind eindeutig. Kommerzielle Nutzung kostet immer Geld – in verschiedenen Varianten. Das beginnt bei 50 Euro pro Jahr pro Adresse für 1000 Aufrufe im Monat und endet bei 125 Euro pro Jahr pro Adresse. Die Unterschiede muss man lesen: beim kleinsten Paket ist ein Kartenausschnitt mit Firmenname enthalten, beim größten ein Firmenlogo, ein individueller Text (Anfahrtsweg, Adresse, o.ä.), ein Kartenausschnitt mit der Firmierung und eine Übersichtskarte.

Auch Privatpersonen haben nur 10 Adressen und 1000 Seitenaufrufe im Monat frei. Darüber hinaus kostet jede Adresse 9,20 Euro pro Jahr.

Dies alles jedoch nur bei dauerhafter Verlinkung. Nicht gemeint ist damit die Einbindung in die eigene Website. Eine Karte zum Einbinden gibt es ab 820 Euro, zeitlich unbefristet.

Stadtplan von Stadtplan.de / – Tele Atlas

Es ist für niemanden kostenlos, eine Karte von Stadtplan.de in die eigene Website einzubinden. Es ist auch nicht sofort eine vernünftige Preisstruktur ersichtlich. Statt dessen muss man erst seine Adresse suchen, auf “Bestellen” klicken, die Lizenzart (Online, Print, etc.) wählen und bekommt dann verschiedene Preise für verschiedene Kunden (Kommerziell, Privat) und verschiedene Auflösungen angezeigt.

Eine Anfahrtskarte zu meinem Büro in niedriger Auflösung würde mich 80 Euro im Jahr kosten, eine in hoher Auflösung 120 Euro pro Jahr. Als Privatperson müsste ich wenigstens 5 Euro im Jahr bezahlen, wobei da wieder nur 5000 Zugriffe im Monat erlaubt sind.

Stadtplan von Stadtplan.net – Verwaltungs-Verlag

Einen Link darf man kostenlos setzen. Das Einbinden einer Karte bis DIN A 6 (298×420 Pixel bei 72 dpi) kosten ab 650 Euro – allerdings einmalige Lizenzgebühr. Allerdings kann es auch sehr viel teurer werden, Stadtplan.net zu nutzen. Je weiterer URL, die den Stadtplanausschnitt nutzt, kommen 150 Euro hinzu. Der Preis gilt auch nur für 100.000 “Sichtkontakte” pro Monat, je 50.000 weitere kosten dann 100 Euro.

Und alle Preise sind dann auch noch zuzüglich Mehrwertsteuer.

Stadtplan von Falk – die Falk Marco Polo Interactive GmbH

Falk-Pläne, das waren diese praktisch patentgefalteten Stadtpläne, die es an jedem Bahnhofskiosk gab. Online funktioniert Falk auch patentgefaltet. Auf der Website werden Homepage-Tools angeboten, die sowohl für private als auch kommerzielle Nutzung kostenlos sind. Hier wird allerdings ein kleines Snippet für ein Formular auf der eigenen Website generiert. Der Besucher Ihrer Website muss nur auf den Button klicken, und schon öffnet sich die Karte auf falk.de.

Auch der direkte Link mit Angabe der Adresse des Wohn- oder Unternehmenssitzes ist kostenlos für privat und kommerziell.

Einbindung einer Karte direkt in die Website ist allerdings kostenpflichtig. Preise für Online-Lizenzen werden nicht angegeben, man muss eine E-Mail an falk.de schicken.

meinestadt.de – Stadtpläne

meinestadt.de hat gar keine eigenen Karten, sondern nutzt – zumindest für Berlin – Microsofts Virtual Earth. Dafür stellt meinestadt.de einen kleinen “Werkzeugkasten für die Homepage“ bereit, mit der man sich leicht ein kleines Formular für die Website zusammenstellen lassen kann. Wie bei falk.de braucht Ihr Besucher nur noch auf den Button zu klicken und schon öffnet sich die Karte bei meinestadt.de.

Praktisch, allerdings kann man dann auch Live Search Maps direkt nutzen.

Stadtplan über Live Search Maps von Microsoft

Trotz längerem Suchen habe ich keine Lizenzgebühren oder Einschränkungen gefunden. Allerdings scheint es insgesamt wie bei Google zu sein: man sollte lieber die API nutzen. Die findet man unter den Karten nach Klick auf den Link “Entwickler”.

Stadtplan von Google Maps: kostenlos mit dem richtigen Zugriff

Obwohl Google Maps ein richtig durchgängig kostenloser Dienst ist, darf man nicht einfach alles machen. Zwar bietet Google Maps direkt einen festen Link und ein Snippet zum Einbinden der Karte. Ein Blick in die “Nutzungsbedingungen” von Google Maps offenbart jedoch für manchen vielleicht Überraschendes: Der Stadtplan darf nur auf diese Art nur in private – sprich: nicht kommerzielle – Webseiten eingebunden werden. Für kommerzielle Websites muss die Google API für Google Maps genutzt werden. Darüber kann eine Karte direkt per Javascript eingebunden werden.

Was nun eine kommerzielle Website ist, darüber lässt sich Google nicht aus. Kann sein, dass damit einfach eine Website gemeint ist, auf der Produkte oder Dienstleistungen angeboten werden; kann jedoch auch sein, dass Google “kommerziell” so auslegt wie Amazon – als kommerzielle Seite wird dann eine Website betrachtet, wenn eine Gewinnerzielungsabsicht vorliegt. Google-Adsense-Anzeigen, Afiliate-Programme, Werbung, all das machte eine Website kommerziell.

Man ist also ganz und gar auf der sicheren Seite, wenn man die API für Google Maps nutzt, dann ist die Karte kostenlos. Doch vorsicht: Es gibt auch eine API für “Google Maps für Unternehmen”, die mehr Features und Support bietet als die normale. Die Nutzung dieser Schnittstelle kostet je nach Abfrageart und Anzahl der Zugriffe, mindestens jedoch 10.000 Euro.

Stadtplan über OpenStreetMapOpenSource-Stadtplan

Natürlich soll hier keinesfalls der Stadtplandienst OpenStreetMap unerwähnt bleiben. Wie bei OpenSource oft der Fall ist hier die Nutzung kostenlos, sämtliche Daten werden unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 2.0-Lizenz zur Verfügung gestellt. Das bedeutet, man muss OpenStreetMap nennen und Veränderungen der Community zur Verfügung stellen.

TS

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