Content Management in der Praxis

Suche und Optimierung 2009 – Was bringt die Zukunft?

Bei Google gab es im letzten Jahr nach eigenen Angaben über 450 Änderungen an den Such- und Ranking-Algorithmen. Das verrieten Google-Mitarbeiter beim 3. Webmaster-Live-Chat am 22. Oktober. 08 Während sich also die Suchanbieter ständig bemühen, die Suchergebnisse zu verbessern, sind die SEOs dieser Welt bemüht, für ihre Kunden ein dauerhaft gutes Ranking zu erzielen. Doch was wird die Zukunft der Suche bringen? Wohin müssen sich SEOs und Content Manager entwickeln? Worauf gilt es zu achten? Ist Ranking wirklich tot? Was ist mit semantischer Suche und “Geotargeting”?

Ist Ranking tot?

Bruce Clay, SEO aus den USA, wagte auf der PubCon in Las Vegas Mitte Nobember 2008 einen kleinen Ausblick, dessen Aussage er mit “Ranking ist tot” zusammenfasste. Suche werde sich entwickeln, sie werde personlisierter und ein paar wichtige Schritte weiter auf dem Weg in Richtung lokalisierte und semantische Suche gehen. Die Anfänge sehe man bereits jetzt, mehr – davon ist er überzeugt – werde man im ersten Quartal 2009 sehen. Den generellen und allgemeingültigen Rank wird es nicht mehr lange geben, so Clay. Wenn zwei Sucher an zwei Rechner in einem Raum sitzen werden sie für dieselbe Suchanfrage unterschiedliche Ergebnisse von derselben Suchmaschine erhalten.

Lokalisierte und semantische Suche

Beides bedeutet: die Suche wird personalisiert, auf den Sucher abgestimmt. Suchmaschinen werden versuchen herauszufinden, was der Nutzer wirklich sucht, und sein Aufenthaltsort wird bei den Suchergebnissen miteinbezogen. Das heißt: Suchmaschinen werden anhand des Suchverhaltens vergangener Zeiten ahnen, ob bei der Suche nach “Bank” eher die Gartenbank oder ein Konto führendes Institut gemeint ist. Und wer in den USA nach “Bank” sucht, wird andere Suchergebnisse erhalten als ein Suchender in Deutschland. Egal welche Art “Bank” er gerade gesucht hat, er wird Ergebnisse zu Gartenartikeln oder Kontoführung in seiner Umgebung erhalten. Ermittelt wird dies über die IP-Adresse, Cookies und Tools wie Googles Webprotokoll.

SEOs müssten sich also vornehmlich von technischen und inhaltlichen Keyword-Optimierern hin zu Marketing-Fachleuten entwickeln, so Clay.

Website-Analyse und Logfile-Analyse, Actions und Conversions: alte neue Aufgaben für SEOs

Matt Cutts, wohlbekannt und von Google, bestätigt dies prinzipiell. Geschickte SEOs schauten ohnehin schon nicht mehr allein auf das Ranking, sondern auf “Conversions” und “Actions”, also auf das, was die Besucher einer Seite tun. Er mag aber nicht so weit gehen zu sagen, Ranking sei tot. Sicher wird sich die Suche verändern, aber das allgemeine Ranking ist sicher nicht tot. Allerdings, so Cutts, werde sich die sogenannte “Universelle Suche” – Videos, Bücher, Texte und Bilder auf einer gemeinsamen Ergebnisseite statt getrennt voneinander – ausweiten und verbessern.

Das, was wir heute als Ranking kennen, wird dadurch an Bedeutung verlieren. Natürlich sei es schön, jetzt gerade bei einem bestimmten Keyword oder einem Ausdruck gut und möglichst weit oben bei Suchmaschinen zu erscheinen. Das nütze jedoch nichts, wenn dieser Ausdruck nicht auch Verkäufe oder Kontaktaufnahmen nach sich zieht und andere einem nach und nach durch interessanteren Content den Rang im wahrsten Sinne ablaufen.

Was bedeutet dies für Content Manager? Ihre Arbeit wird wichtiger denn je.

Content Manager müssen sich dieser Aufgabe stellen und mussten dies stets. Geschickt ausgewählte und verknüpfte Inhalte werden durch die Schritte zur semantischen Suche wichtiger als eine strenge “technische” Keyword-Optimierung. Alte Begriffe wie Nutzerführung und High-Quality-Content kommen wieder – oder sollte man sagen: endlich? – in Mode. Der Content Manager der Zukunft muss analysieren und eruieren, ob die Inhalte seiner Seiten die Besucher zu Geschäftsabschlüssen bringen. Er muss sich überlegen, ob seine kleinen Seitentexte noch ausreichen, oder ob es sinnvoll wäre, vielleicht ein Video oder einen Podcast zu integrieren oder die textliche Basis der Seite zu erweitern. Der Fokus liegt in Zukunft darauf, wo er auch in der Vergangenheit hätte liegen sollen: durch guten Content loyale Kunden zu gewinnen und bei Interessenten Begeisterung zu wecken.

Content Manager müssten eigentlich lange schon die Besucher-Erfahrung in den Vordergrund ihrer Arbeit rücken. Die Zeiten, in denen man einzelne Seiten getrennt voneinander auf einzelne Keywords optimierte, um gut gerankt zu werden, sind bald vorbei. Was zählt, ist der User und das Gesamtbild der Seite. Beantwortet man dem Besucher ausführlich seine Fragen, bietet man ihm Antworten, führt man ihn durch die Inhalte, so hat man auch die Suchmaschinen auf seiner Seite.

SEO und Content Management – zwei Seiten derselben Medaille

Während sich also SEOs zu Marketing- und Content-Fachleuten entwickeln müssen, sollten Content Manager ja bereits beherrschen. Letztere müssen sich also endlich auf den Hosenboden setzen und guten Content liefern, diesen so aufbereiten, dass er nützlich für Besucher ist und der Hase läuft – auch bei Suchmaschinen und auch noch in Zukunft.

TS

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