Content Management in der Praxis

Dient der PageRank unserer Unterhaltung?

Zeigt der Google Toolbar den aktuellen PageRank (PR) an? Ist die Anzeige Teil einer Show, um Webmaster letztendlich für fingernagelraubendes Warten auf das Ranking zu entlohnen? Oder ist alles so wie es sein soll, und der Toolbar PageRank korrespondiert mit den Suchmaschinen-Ergebnisseiten (SERPs)? Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte. Und das wirft die Frage nach der Wichtigkeit einer solchen Anzeige auf: wie relevant ist ein technisch ermittelter Relevanz-Wert für Suchmaschinen-Optimierer, Webmaster und Besucher?

Der Google Toolbar wurde bereits millionenfach heruntergeladen und installiert. Teilweise wegen der praktischen Suche aus der Anwendung heraus. Meistens jedoch wegen der PageRank-Anzeige, jenem grünen Balken, der – in Stufen von null bis zehn – die Relevanz einer Webseite wiedergibt. Millionen von Websurfern richten sich nach diesem nach bestimmten Algorithmen berechneten Wert, um zu ermitteln, für wie relevant Google diese Seite hält. Myriaden von Webmastern warten gespannt auf die nächste Stufe, den nächst höheren Rang, hoffend, dass sich dadurch das Ranking ihrer Seite auf den SERPs verbessert.

Und nun kolportieren einschlägige Foren wie SearchEngineWatch und SearchEngineRoundTable, der PageRank spiegele nicht den wahren Wert der jeweiligen Seite wieder. Er sei schlicht nicht aktuell, weil der PageRank-Algorithmus sich geändert habe, der Toolbar aber nicht aktualisiert wurde. Er hinke mehrere Monate hinterher. Er sei gehackt und manipuliert worden. Die Meinungen gehen auseinander, kulminieren doch in einer einzigen These: Der Google Toolbar zeigt keine aktuellen Werte.

Tatsache scheint zu sein, dass Google den PR weiterhin für das Ranking auf den SERPs benutzt. Tatsache scheint aber auch zu sein, dass die Anzeige im Toolbar nicht dem Wert des internen Rankings entspricht. Und die Antwort könnte einfach lauten: findige “Optimierer” haben mit Tricks und gruseligem Cross-Linking und Linkfarmen versucht, den PageRank zu optimieren – und nun wird Google-seitig einfach nicht mehr der aktuelle Wert angezeigt, um diesen “Optimierern” kein Futter mehr zu geben. Wir haben bereits nach dem Florida-Update im November 2003 gesehen, wie bis dahin auf Top-Positionen gelistete Websites aus den ersten hundert SERPs verschwanden – hochgradig trickoptimierte Seiten wurden verbannt, in Linkfarmen gelistete Seiten ebenfalls, Seiten mit gutem Content und Spider-optimierter Programmierung wurden höher gelistet.

Hat das den PageRank-Balken im Toolbar zu einer trügerischen Anzeige gemacht?

Die Antwort muss lauten: ja, zur Zeit sollte sich niemand auf den PageRank-Wert des Toolbars verlassen. Besucher sollten die Seiten wieder lesen, um die Relevanz für sich selbst zu ermitteln. Suchmaschinen-Optimierer sollten ihren Job gut machen, und das bedeutet: sie müssen sicherstellen, dass Kundenseiten für Spider und Besucher gleichermaßen “usable“ programmiert sind und guten Inhalt bereitstellen, zu dem Suchmaschinen wie Google & Co. ihre “Sucher” gerne schicken werden.

TS

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