06.03. - 10.03.2012
CeBIT 2012
Lösungen für die digitale Arbeits- und Lebenswelt
Hannover
Informationsseite der CeBIT 2012
Barrierefreies und standardkonformes Webdesign ist derzeit in aller Munde. Dabei wird immer herausgestellt, behindertengerecht gestaltete Webseiten seien ein Vorteil hinsichtlich der Bedienbarkeit und der Programmierung, weil sie internationalen Standards entsprechen. Somit seien Änderungen leichter und schneller zu bewerkstelligen, die Pflege weniger kostenintensiv als bei Programmierung von Tabellenlayouts mit der individuellen Note des Programmierers. Aber was ist mit den Suchmaschinen? Bieten barrierefreie Seiten auch Vorteile bei der Indizierung durch Suchmaschinen-Bots?
Es ist natürlich nicht erwiesen, aber es scheint so zu sein: es wird Zeit, sich von überbordenden Tabellenlayouts entgültig zu verabschieden und Seiten nach den Standards der WAI (namentlich der WCAG 1.0) oder zumindest nach Standards des W3C für HTML und CSS aufzubauen. Google und Co. scheinen Schlüsselworte für den Suchindex besser ermitteln zu können, wenn Seiten eine hierarchische HTML-Struktur aufweisen und die Keywords in Überschriften verschiedener Ordnung (h1 bis h6) gedroppt werden.
Barrierefreie Seiten sollen gemäß der Standards des W3C in validierbarem HTML konstruiert werden, in dem nur die Struktur der Seite durch HTML bestimmt wird, die Formatierung und Positionierung durch zentrale CSS. Diese Hierarchie scheint Google sehr ernst zu nehmen. Ein Schlüsselwort in einer Überschrift 1. Ordnung, dass sich in einer Überschrift 2. Ordnung und in einem Textabsatz wiederholt, scheint höhere Relevanz zu bekommen als eines, dass in einer Tabellenzelle mit Inline-Formatierungen wie eine Überschrift dargestellt wird. Die lineare Darstellbarkeit barrierefreier Seiten lässt es zu, dass Googlebot den relevanten Content en bloc auslesen und indizieren kann und nicht Textfetzen aus verschiedenen Zellen rekonstruieren muss.
Natürlich ist das nur eine Vermutung. Es scheint sich aber durch Beiträge in den einschlägigen Foren zu bestätigen. Immer mehr Webmaster machen positive Erfahrungen mit Index-Bots und validiertem HTML.
Zudem setzt Google bei der Indizierung der Seiten den Linktext zu einer Folge-Seite in Zusammenhang mit den Inhalten dort. Diesem Versuch von Google, thematische Zusammenhänge zwischen Linktext und Inhalten der verlinkten Seite zu interpretieren und dadurch eine Relevanz zu ermitteln, kommt die BITV mit der Anforderung an Linktexte (eindeutig beschreibende und nicht sich wiederholende Linktexte) sehr entgegen.
Auch die Forderung nach einem eindeutigen Seitentitel für jede Seite wirkt bei Google. Schlüsselworte, die sich im Seitentitel (title-Tag) und in hierarchischen Überschriften wiederholen, erkennt Google als zusätzlich relevant.
Barrierefreies Webdesign zieht also nicht nur benutzerfreundliche Programmierung nach sich, sondern bietet wohl auch Vorteile für die Suchmaschinen-Optimierung. Und in der Post-Florida-Update-Ära ist es eine echte Alternative gegenüber Jump- oder Doorway-Pages, Linklisten, Weißer-Schrift-auf-weißem-Grund-Keyword-Pumping.
TS

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